Umsatzprognose für 2021 von +4 Prozent beschlossen

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Die Vorstandsmitglieder des VDMA NRW trafen sich am 14. Januar 2021 und diskutierten Konjunkturthemen, den Brexitvertrag und die zukünftige Bedeutung Chinas für den NRW- Maschinenbau.

Die Vorstandsmitglieder des VDMA NRW trafen sich am 14. Januar 2021 zur turnusmäßigen Vorstandssitzung, um neben der Diskussion der Arbeit des Landesverbandes 2020 und den Plänen für 2021 die aktuelle konjunkturelle Lage, den Brexit-Vertrag sowie die zukünftige Bedeutung Chinas für den nordrhein-westfälischen Maschinenbau zu diskutieren.

Dr. Ralph Wiechers, Chefvolkswirt im VDMA, informierte den Vorstand zur aktuellen Konjunktur im deutschen Maschinenbau. Für die ersten elf Monate 2020 berichtete er von einem realen Produktionsminus mit 12,4 Prozent. Die rückläufige Produktion trifft auf alle bedeutenden Industrienationen mit Ausnahme von China zu. Die Asiaten werden 2020 ein Wachstum im Bruttoinlandsprodukt erzielen können.

Bei den Aussichten für 2021 sieht er für Deutschland Licht am Horizont. Die Produktionsprognose 2021 für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau gibt er mit einem Plus von 4 Prozent an, allerdings ausgehend von einem verminderten Produktionsniveau. Eine Rückkehr auf das Niveau des Vorkrisenjahres 2019 wird seiner Ansicht nach im Jahr 2022 gelingen.

Auch die Vorstandsmitglieder äußern sich bei ihren Erwartungen für 2021 mehrheitlich positiv. Diese Erwartungen werden durch die Festlegung der nominalen Umsatzprognose für den nordrhein-westfälischen Maschinen- und Anlagenbau auf plus 4 Prozent für dieses Jahr manifestiert. Gefahren werden in der aktuellen Tarifauseinandersetzung und in weiteren Auflagen durch die Politik zur Eindämmung der Corona-Ausbreitung gesehen. Hier wird die Sorge formuliert, dass die unternehmerischen Abläufe u. a. durch umfangreiche Homeoffice-Forderungen über Gebühr strapaziert werden.

Der vollzogene Brexit birgt viele Gefahren

Zu dem hochaktuellen Thema des Brexit-Vertrages konnte der Leiter des VDMA-Büros in Brüssel, Holger Kunze, dem Vorstand berichten. Dieser mehr als 1.500 Seiten starke Vertrag beinhaltet u. a. die Zollfreiheit zwischen der EU und Großbritannien sowie das Verbot von Quotenbeschränkungen. Da es sich jedoch nicht um eine Zollunion zwischen den beiden Vertragspartnern handelt, sind weiterhin Zollformalitäten und Kontrollen erforderlich, was den Grenzübergang von Waren und Personen zukünftig erschweren wird.

Er berichtete für die kommenden Jahre von der Sorge, dass sich technische Anforderungen an Produkte und Güter auseinanderbewegen. Auch wenn es in vielen Bereichen zurzeit noch keine inhaltlichen Unterschiede gibt, ist für Maschinenbauprodukte ein neues UKCA-Kennzeichen und eine UK-Konformitätserklärung erforderlich. Zudem ist eine Person zu benennen, die im exportierenden Unternehmen zuständig für das Zusammenstellen technischer Unterlagen ist sowie ein Importeur auf britischer Seite. Auch Arbeitseinsätze und Dienstleistungen werden zukünftig schwieriger werden.

Das Chinageschäft 2030

Mögliche Szenarien für den deutschen Maschinenbau und das Chinageschäft greift eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung und des VDMA auf. Der VDMA-Chinaexperte, Oliver Wack, berichtete auf der Vorstandssitzung davon und brachte das Kernergebnis der Studie auf den Punkt: Wenn das Wachstum des chinesischen Maschinenmarktes wie in den vergangenen Jahren anhält, wird der Maschinen- und Anlagenbau auch im Jahr 2030 noch ein hohes Exportvolumen in die Volksrepublik erzielen. Die Unternehmen in Europa können weiterhin vom Aufschwung der Volksrepublik profitieren, aber es wächst die Gefahr zurückgehender Exporte nach Fernost. Die Unternehmen können zwar noch einige Jahre mit einem Exportwachstum rechnen, aber dessen Umfang wird tendenziell sinken.

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