Von Forschungsförderung profitieren

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Zum 1. Januar 2020 ist das Gesetz zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung (Forschungszulagengesetz) in Kraft getreten. Darüber hinaus bietet der Bund viele Möglichkeiten, Förderung zu erhalten.

Forschung ist ressourcen- und zeitintensiv. Die Zusammenarbeit mit Partnern, wie Hochschulen und anderen Unternehmen, schafft neue Ressourcen und Ideen durch Zugang zu neuem Wissen, zu neuen Geschäftskontakten und zu neuem Personal (Nachwuchs). In der Gesamtheit kann dieses zu innovativen Lösungen führen. Am 1. September 2020 stellte ProduktionNRW in einer Veranstaltung das neue Forschungszulagengesetz sowie die verschiedenen Fördermöglichkeiten des Bundes vor.

Ulrich Meißner, Referent, VDMA Steuern, als einer der Personen, der den Prozess der Einführung des Forschungszulagengesetzes seitens des VDMA begleitet hat, stellte das Forschungszulagengesetz (FZulG) vor. Darüber hinaus erklärte Dr. Beate Stahl, Projektleiterin, VDMA Industrie 4.0, welche Möglichkeiten der Förderung Unternehmen aktuell haben. Sie erläuterte die verschiedenen Fördergeber wie die Bundesländer, das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Europäische Union und die verschiedenen Förderprinzipien, gegliedert nach „themenoffen“ und „themenspezifisch“. Unter des Prinzip „themenoffen“ fallen beispielsweise die industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), KMU-innovativ oder die neue Förderung für die Digitalisierung des Mittelstands „Digital Jetzt“ des BMWi. Unter das Prinzip „themenspezifisch“ fallen Verbundforschung oder Programme des Horizon Europe.

Meißner und Dr. Stahl appellierten die Programme zu nutzen und hohe Innovationskraft des deutschen Maschinen- und Anlagenbau weiter voranzubringen.

Förderbestimmungen

Nach dem Forschungszulagengesetz werden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die der Grundlagenforschung, der industriellen Forschung oder der experimentellen Entwicklung zuzuordnen sind, gefördert. Dem vielseitigen Maschinen- und Anlagenbau kommen dabei kommen die Themenoffenheit und die Planbarkeit der Förderung zugute.

Einen Anspruch auf Förderung haben alle einkommen- oder körperschaftsteuerpflichtigen Unternehmen unabhängig von ihrer Unternehmensgröße mit Sitz in Deutschland (Konzernbetrachtung). Die Bemessungsgrundlage ist der lohnsteuerpflichtige Personalaufwand für diejenigen Mitarbeiter, die begünstigte Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten (FuE) ausführen.

Steuerliche Forschungsförderung: Fördersatz 25 Prozent

Damit Deutschland die Auswirkungen der Corona-Pandemie besser übersteht und schneller wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad gelangt, hat sich der Koalitionsausschuss am 3. Juni 2020 auf Eckpunkte für ein Konjunkturpakets geeinigt. Ein wichtiger Baustein für den Maschinenbau ist dabei die Ausweitung der steuerlichen Forschungsförderung.

Der Fördersatz beträgt 25 Prozent.

  • Für Forschungstätigkeiten vom 01. Januar 2020 bis 30. Juni 2020 beträgt die Bemessungsgrundlage 2 Millionen Euro, womit bei einem Fördersatz von 25 Prozent eine maximale jährliche Förderhöhe von 500.000 Euro je Unternehmen erreicht werden kann.
  • Für Forschungstätigkeiten vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2026 beträgt die Bemessungsgrundlage 4 Millionen Euro, womit bei einem Fördersatz von 25 Prozent eine maximale jährlich Förderhöhe von 1 Million Euro je Unternehmen erreicht werden kann.
  • Im Falle der Auftragsforschung wird die Förderung auf 60 Prozent beim Auftraggeber beschränkt.

Das Antragsverfahren ist zweistufig. Im ersten Schritt erfolgt die Beantragung der FuE-Bescheinigung bei der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) und im Anschluss der Antrag auf Forschungszulage beim jeweils zuständigen Finanzamt. Die Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) hat ihre Tätigkeit aufgenommen. Anträge können unter https://www.bescheinigung-forschungszulage.de/ gestellt werden.

Weitere Informationen

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.