5. Future Business Summit - Ergebnisse

Christian Hass | hassfoto.de

Circular Economy 4.0 - Wo liegen Hürden für die Umsetzung heute und in Zukunft? Wie können Wertewandel und Zusammenarbeit forciert werden? Auf dem 5. VDMA Future Business Summit diskutierten rund 60 Teilnehmer aus Industrie und Forschung Chancen einer digitalisierten Kreislaufwirtschaft für den Maschinenbau und was heute bereits möglich ist. Vorträge und Bilder zum Download. :: Für Mitglieder

Für Maschinen- und Anlagenbauer ist die Kreislaufwirtschaft doppelt relevant, denn sie sind Kunden und Lösungsanbieter gleichermaßen. Die UN, die EU und die Bundesregierung forcieren die Kreislaufwirtschaft, nicht nur wegen der Energie- und Ressourceneffizienz, sondern auch zur Stärkung der Corporate Social Responsibilty sowie des Klimaschutzes. Die Kreislaufwirtschaft bietet ein großes Potenzial nicht nur für Ökologie, sondern auch für größere Wirtschaftlichkeit. Warum werden dennoch heute in der Industrie nur 14% Rezyklate und Sekundärrohstoffe eingesetzt? Mehr noch: Warum wird der Wert von Produkten, Materialien und Ressourcen durch Reparatur, Wiederverwendung, Remanufacturing nicht umfangreicher erhalten, bevor sie zu Müll werden? Kann die Digitalisierung helfen? Im 5. Future Business Summit beim Fraunhofer IWKS in Hanau gab es Antworten auf diese Fragen und Impulse für die Zukunft.

Szenariostudie als Basis
Basis für die Diskussionen waren die Ergebnisse der Szenario-Studie "Circular Economy 4.0", die in enger Zusammenarbeit von VDMA Future Business und dem Fraunhofer ISI entstanden ist. Die Studie zeichnet vier Zukunftsbilder für das Jahr 2030: "Ökonomie und Ökologie Hand in Hand", "Staatliche Impulse", "Gesellschaft macht Druck" und "Dinosaurier-Denken". Aus unterschiedlichen Randbedingungen ergeben sich konkrete, klar differenzierte Projektionen für die Zukunft. Daraus haben wir Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Politik, Forschung und den VDMA selbst abgeleitet. Die Studie haben wir erstmals auf dem Summit dem Publikum vorgestellt.

Keynotes von Technologie und Markt bis Politik
Nach einer Einleitung von Naemi Denz, Mitglied der VDMA Hauptgeschäftsführung, spannten Keynote-Vorträge das Themenfeld digitalisierte Kreislaufwirtschaft in seiner ganzen Bandbreite auf:

  • Prof. Dr. Anke Weidenkaff, Leiterin des Fraunhofer IWKS, spannte den Bogen unterschiedlicher Technologien für eine verbesserte Kreislaufwirtschaft,
  • Dr. Henning Wilts, Leiter Kreislaufwirtschaft, Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie stellte Daten und Fakten zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft vor und wie die Digitalisierung als Wegbereiter ressourcenschonender Stoffkreisläufe wirken kann,
  • André Greif, Projektträger Jülich, zeigte, wie die Forschungsförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF funktioniert und welche Projekte bereits erfolgreich arbeiten
  • Dr. Carsten Polenz, VP Industry 4.0 and IoT Strategy, SAP SE offenbarte Software als Nervensystem für die Circular Economy.

Volle Bandbreite der Zukunftsoptionen vorgestellt und beleuchtet
Dr. Björn Moller (Fraunhofer ISI) und Dr. Eric Maiser gingen auf die Details der Szenariostudie ein. Im anschließenden Diskussionsforum wurden die Erkenntnisse der Studie und die Handlungsempfehlungen für verschiedene Bereiche des Maschinenbaus, Kundenbranchen sowie Politik und Forschung herausgestellt. Themen waren insbesondere der Stand der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft heute, in Deutschland und weltweit; Kooperationen und anwendungsnahe Forschung; Wirtschaftlichkeit und Digitalisierung; Kursbestimmung durch Endkunden; gesellschaftlicher Wandel; sowie Internationalisierung und Standardisierung.

Was klappt heute schon? Best Practices und neue Geschäftsmodelle!
Am Nachmittag gab es eine breite Vortragspalette von Best-Practice-Beispielen von Recycling bis Remanufacturing, zu neuen Technologien und neuen Geschäftsmodellen aus den Bereichen Automotive, Kunststoffindustrie, Sensortechnik und Wasseraufbereitung präsentiert von Peter Bartel (C-ECO GmbH), Günther Klammer (Engel Holding), Hendrik Beel (RTT Steinert GmbH) sowie Wilhem Mauß (Lorenz GmbH & Co. KG).

Eingestimmt wurden die Summit-Teilnehmer bereits am Vortag: mit einer exklusiven Besichtigung für die Teilnehmer öffnete das Fraunhofer IWKS seine Tore und zeigte eine große Palette neuer Technologien für die Aufbereitung und das Design von Werkstoffen - von neuartigen Trenn- und Sortierverfahren über Biokunststoffe und Magnetrecycling bis zu Leichtbau-Bauteilen mit Bionik Oberflächen. Beim anschließenden Networking-Dinner im stimmungsvollen Ambiente des Hanauer Schlosses "Philippsruhe" konnten die Themen mit dem Top-Playern der Szene vertieft werden.

Öffentlichkeit schaffen und weitermachen!
Die wichtigsten Erkenntniss und O-Töne haben wir in einer Pressemitteilung veröffentlicht. Wir waren während der Veranstaltung auch in den sozialen Medien aktiv, z.B. Twitter @vdmaonline #vdmafb .

Wir werden das wichtige Thema „Circular Economy 4.0“ in allen Maschinenbau-Clustern verbreiten und planen, es in einem fachverbandsübergreifenden Format im VDMA weiter zu vertiefen.

Die Vorträge stehen VDMA-Mitgliedern hier als Download zur Verfügung.

 

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