3. Future Business Summit - Ergebnisse

Christian Hass

Auf dem 3. VDMA Future Business Summit diskutierten mehr als 80 Teilehmer das Top-Thema Power-to-X als Baustein für den weltweiten Klimaschutz und die damit verbundenen Chancen für den Maschinenbau. Vorträge und Bilder zum Download    :: Für Mitglieder

Mit den Pariser Klimaschutzzielen wird ein fundamentaler Wandel nicht nur im Energiesektor, sondern auch bei Industrie, Verkehr, Landwirtschaft und Gebäuden eingeläutet. Vielfältige Technologien stehen für die Lösung bereit oder müssen noch zur Marktreife entwickelt werden, Rahmenbedingungen für die Umsetzung und Infrastrukturmaßnahmen spielen eine große Rolle - weltweit. Power-to-X, elektrische Energie als Basis für andere Energieformen, ist ein vielversprechender Lösungsansatz, den wir mit dem 3. VDMA Future Business Summit am 21.11.2017 in Mainz prominent beleuchtet haben.

Szenariostudie als Basis
Basis für die Diskussionen waren die Ergebnisse der Szenario-Studie "Power-to-X 2030", die in enger Zusammenarbeit von VDMA Future Business und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI entstanden ist. Die Studie zeichnet vier Zukunftsbilder zu möglichen Entwicklungen von Power-to-X im Maschinen- und Anlagenbau: "Harmonie", '"Vielfalt", "Kupferplatte" und "Mauer". Aus den unterschiedlichen Randbedingungen ergeben sich konkrete, klar differenzierte Projektionen für die Zukunft. Die Szenarien zeigen allesamt Chancen für den Maschinen- und Anlagenbau auf, allerdings in unterschiedlichen Bereichen und in unterschiedlichem Maße. Daraus haben wir Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Politik, Forschung und den VDMA selbst abgeleitet.Die Studie haben wir erstmals auf dem Summit dem Publikum vorgestellt.

Nach einer Einleitung von Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer im VDMA, spannten Keynote-Vorträge das Themenfeld Power-to-X in seiner ganzen Bandbreite auf:

  • Prof. Wietschel, Leiter des Geschäftsfelds Energiewirtschaft beim Fraunhofer ISI, führte in das Pariser Klimaabkommen, Sektorkopllung und Treibhausgasneutralität ein
  • Dr. Andreas Förster,Geschäftsleiter ProcessNet bei der DECHEMA, präsentierte die vielfältigen Aktivitäten zu Power-to-X in Forschung, Produktion und Anwendung in Deutschland
  • Thorsten Herdan, Leiter der Abteilung Energiepolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) beleuchtete die Rolle der Politik für die Einhaltung der Klimaziele und seine Sicht zu Power-to-X und Sektorkopplung
  • Dr. Tobias Brosze, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Mainzer Stadtwerke AG, schilderte sein Geschäftsmodell für Sektorkopplung für Versorger am Beispiel des am Vortag besuchten Energieparks Mainz.

Volle Bandbreite der Zukunftsoptionen vorgestellt und beleuchtet
Im anschließenden Diskussionsforum wurden die Erkenntnisse der Studie und die Handlungsempfehlungen für verschiedene Bereiche des Maschinenbaus, Kundenbranchen wie Chemie, Automobilindustrie und Energieversorger sowie Politik und Forschung herausgestellt. Auch die unterschiedlichen Herangehensweisen von Großunternehmen, Mittelständlern und Startups wurden besprochen.

Am Nachmittag gab es eine breite Vortragspalette von Best-Practice-Beispielen, neuen Geschäftsmodellen und aktuellen Forschungsergebnissen zum Thema, präsentiert von Dr. Steffen Schirrmeister (thyssenkrupp Industrial Solutions AG), Dr. Bernd Lenzen (TU Darmstadt), Prof. Dr. Jörg Sauer (Karlsruher Institut für Technologie, KIT), Dr. Oliver Borm (sunfire GmbH), Andreas Pastowski (Wuppertal Institut) und Dr. Manfred Waidhas (Siemens AG Hydrogen Solutions). 

Highlights in den Pausen waren ein Test-Fahrzeug für den Betrieb von Oxymethylenether (OME), einem synthetischen Kraftstoff, vorgestellt von der TU Darmstadt, sowie ein kommerzielles Brennstoffzellenfahrzeug, vorgestellt von Air Liquide, das auch für Testfahrten zur Verfügung stand.

Eingestimmt wurden die Summit-Teilnehmer bereits am Vortag: mit einer exklusiven Führung für die Teilnehmer öffnete der Energiepark Mainz die Tore zu seiner Power-to-Gas-Anlage, mit einer Spitzenleistung von 6 Megawatt die weltweit größte ihrer Art. Beim anschließenden Networking-Dinner konnten sich die Player der Szene in entspannter Atmosphäre austauschen.

Weiter geht es mit einer neuen Plattform "P2X4A"
Einig waren sich die Teilnehmer des VDMA Future Business Summit, dass der Klimaschutz für Gesellschaft und Unternehmen eine zentrale Herausforderung ist, die sich nur im Dialog und mit dem Blick über den eigenen Horizont hinweg meistern lässt. Der VDMA gründet daher eine neue VDMA-Plattform ‚Power-to-X for Applications (P2X4A)‘, um gemeinsam mit Industrie und Wissenschaft an der Realisierung dieser Technologien zu arbeiten. Die Entwicklung zur Marktreife und die Rahmenbedingungen für Business Cases werden dabei maßgeblich im Blickfeld stehen.

Die wichtigsten Erkenntnisse haben wir in einer Pressemitteilung zusammengestellt.

Die freigegebenen Vorträge des Summits finden Mitglieder im Downloadbereich unterhalb der Bildergalerie. Bitte keine Weitergabe an Dritte.

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